Ratekau wehrt sich - keine Güterzüge durch unsere Gemeinde
Ratekau wehrt sich - keine Güterzüge durch unsere Gemeinde

T(er)rassengespräche in Ratekau

Wahlkampf und Wahl sind vorbei, die Feste Fehmarnbeltquerung aber, eines unser drängendsten Themen in Ostholstein, wird uns noch lange in Atem halten. Zeit die Gespräche unserer Veranstaltungsreihe T(er)rassengespräch aufzuarbeiten. Wer hat was gesagt, welche Aufgaben mitgenommen, wie viel versprochen? Da gab es einiges.

Grundsätzlich bleibt zu bemerken, dass die beiden Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn und Ingo Gädechens am Besten im Thema waren, Eka von Kalben und Wolfgang Kubicki dagegen als Landtagsabgeordnete über erstaunlich wenig Hintergrundwissen verfügten. Gregor Gysi wusste zwar auch nicht viel über die FFBQ, hatte aber Cornelia Möhring an seiner Seite, die sehr gut informiert und im Thema war. Eines darf vorweg geschickt werden: Das Gespräch direkt an der Trasse, mit echtem Bahnlärm, hat alle unsere Gäste beeindruckt.

Nett aber farblos, engagiert und leidenschaftlich, rückgratlos, geschickt, vertrauensvoll. Eine weite Palette von Empfindungen, die Politiker auslösen
können, spiegelte sich in diesen lockeren Gesprächen in kleiner Runde wieder. Aber neben diesen ganz subjektiven Empfindungen und Einschätzungen haben wir auch konkrete Aussagen zu politischer Arbeit und Tipps zur Erlangung von Aufmerksamkeit bei Presse und Politik bekommen. Die Politiker_innen wiederum haben Hausaufgaben mitgenommen, die sie zu erledigen versprachen. Wir hoffen, dass unsere Gäste ihre Zusagen auch nach Beendigung des Wahlkampfes einhalten.

Konkret wollte Wolgang Kubicki sich den Staatsvertrag zwischen Deutschland und Dänemark zur Festen Fehmarnbeltquerung, den er nicht kannte, besonders in Hinblick auf Artikel 22 ansehen. Außerdem versprach er, die Unterlagen aus unserem Willkommensgeschenk an alle Gäste (Vorträge aus dem Dialogforum-Workshop Nutzen-Kosten-Analyse und Verkehrsentwicklungen FFBQ von Dr. Gernot Tesch-Scandlines-, Dr. Thomas Rössler-HTC-, Prof. Karl-Heinz Breitzmann-UNI
Rostock-, sowie ein Ausdruck des Staatsvertrages) durchzusehen und sich zum Thema Wirtschaftlichkeit wieder zu melden. Das ganze sollte jedem Fall noch vor der Wahl am 22. September 2013 erledigt sein, was leider nicht geklappt hat. Wir werden sehen.

Eka von Kalben wollte versuchen, eine Anhörung im Landtag zum Planungsstand von
Großprojekten in Schleswig-Holstein zu erreichen. Außerdem hat sie zugesagt die
Zusammenarbeit mit den Beltquerungsgegnern stärker zu betonen.

Das hatte Bettina Hagedorn nicht nötig. Sie ist diejenige in Berlin, auf die wir uns
immer verlassen können. Sie kämpft von Anfang an an an der Seite der Beltquerungsgegner und lässt sich auch durch Gegenwind aus ihrer eigenen Partei nicht beirren. So viel Rückgrat verbundenen mit Fachwissen und Sachverstand würden wir uns von allen Politiker_innen wünschen.

Gregor Gysi und Cornelia Möhring nahmen die meisten Aufgaben mit. So will Hr. Gysi bis Mitte/Ende Oktober den Staatsvertrag von seinen Fachleuten hinsichtlich des Art. 22 prüfen lassen, außerdem dem neuen Bundesverkehrsminister ein Gespräch unter 4 Augen über die fehlende Sinnhaftigkeit der FFBQ führen. Zumindest hierfür muss ihm wegen der möglicherweise längeren Phase der Regierungsbildung mehr Zeit zugestanden werden. Cornelia Möhring versprach, die gesamtwirtschaftlichen Folgekosten der Schienenhinterlandanbindung der FFBQ für Land und Kommunen rechnen zu lassen. Das wird spannend.

Ingo Gädechens will nach der Wahl das Gespräch mit dem neuen Bundesverkehrsminister suchen. Dies ist hinsichtlich der ihm vertretenen positiven Haltung zur FFBQ sicher nicht die ganz starke Unterstützung für uns, aber er wollte sich auch für einen Termin der Beltquerungsgegner mit dem neuen Bundesverkehrsminister stark machen, und das kann dann sehr interessant werden.

 

Fazit: Es waren gute Gespräche – wir werden sehen, welche der Zusagen eingehalten werden.

Wir freuen uns über prominente Unterstützung. 

Bastian Sick, der bekannte Autor der Buchreihe

„Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“, steht an

der Seite der Beltquerungsgegner.

 

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© Kerstin Fischer