Ratekau wehrt sich - keine Güterzüge durch unsere Gemeinde
Ratekau wehrt sich - keine Güterzüge durch unsere Gemeinde

..........Ergebnis Raumordnungsverfahren

Streckenverlauf im Bereich der Gemeinde Ratekau (Quelle: Land SH)

Die Landesregierung hat das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens verkündet und es ist, wie erwartet, nichts Gutes dabei herausgekommen. Kann ja auch nicht. Durch jede Umfahrung bilden sich neue Belastungen. Und selbst wenn es bei der Bestandstrasse geblieben wäre, wäre das nicht akzeptabel gewesen. Eine feste Querung durch den Fehmarnbelt ist ein sinnloses Projekt. Noch sinnloser ist es, dafür die Gesundheit der Menschen zu gefährden und so viel intakte Natur zu zerstören.

 

Für den Bereich der Gemeinde Ratekau ergibt sich folgende Veränderung:

Hinter Bad Schwartau wird die Trasse im Dorf Ratekau durch den Meierkamp geführt, über die Autobahn auf der Bestandstrasse entlang, und östlich der Autobahn in einem Bogen vorbei an den Dörfern Ruppersdorf und Neuhof bis Groß Timmendorf.

Wenn diese Strecke wirklich so gebaut wird, werden die Straßen des Dorfes Ratekau: Im Grund, Blüchereiche, Am Kuhlensee und Preußenweg, Grüner Weg und Am Wieseneck entlastet. Für die Bahnhofstraße des Dorfes Ratekau wird sich vermutlich nichts ändern, weil die Streckenführung, wie es aussieht, dort auf der Bestandstrasse läuft. Zusätzliche Belastung wird es für die Dörfer Alt-Ruppersdorf und Ruppersdorf/Neuhof geben sowie für Luschendorf. Auch auf Sereetz wird eine höhere Lärmbelastung durch die Schallausbreitung zukommen.

 

Das Elend soll auf anderen Wegen stattfinden, wird aber dadurch nicht besser. Wir müssen die Feste Fehmarnbeltquerung verhindern, damit niemand um seine Gesundheit, Lebensqualität oder seinen Arbeitsplatz fürchten muss.

Hier der Link zur Internetseite des Landes, wo Sie die vollständigen Ergebnisunterlagen und alle Karten finden.

 

http://www.schleswig-holstein.de/STK/DE/Schwerpunkte/Landesplanung/AktuelleProjekte/RaumordnungFehmarnbelt/RaumordnungFehmarnbelt_node.html

Pressemitteilung zum Ergebnis des Raumordnungsverfahrens Schienenanbindung Feste Fehmarnbeltquerung

Nun ist es also raus, das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens Schienenanbindung Feste Fehmarnbeltquerung. Doch ob diese Variante tatsächlich gebaut wird steht in den Sternen. Zu offensichtlich ist es doch, dass alle Orte, in denen der Widerstand gegen die Planungen sehr aktiv ist, umfahren werden sollen. Diese angeblich beste Lösung, die das Land gefunden hat, ist lediglich eine Beruhigungspille für Trassendiskutierer. Es wäre wirklich besser gewesen, Herr Albig hätte, ganz im Dialog mit den Menschen, schon frühzeitig eine ehrliche und ergebnisoffene Diskussion um die Sinnhaftigkeit des Projektes Feste Fehmarnbeltquerung angestoßen. Das wird hoffentlich jetzt geschehen. Auf einmal kommen Töne auf, die von den Beltquerungsgegner und von ein paar wenigen verantwortungsvollen Politiker_innen in Land und Bund schon lange zu hören sind: Das Projekt kann nicht wirtschaftlich errichtet und betrieben werden. Nicht nur der Tunnel selbst wird für die Dänen, und damit auch für die EU, deutlich teurer als die geplanten 5,5 Mrd. Euro. Auch für die Hinterlandanbindung in Deutschland rechnet der Bundesverkehrsminister auf einmal mit Kosten in Höhe von ca. 2,5 Mrd. Euro. Wir erinnern uns, bis vor ein paar Tagen war man noch überzeugt, diese Hinterlandanbindung für 840 Mio. Euro bauen zu können, auch unter Berücksichtigung einer evtl. Alternative zur Bestandstrasse. Das ganze gigantische Projekt ist auf einem sehr wackeligen Fundament aus veralteten Zahlen und phantastischen Prognosen geplant. Wenn das in sich zusammenfällt, werden die Steuerzahler beider Länder für den entstandenen Schaden aufkommen. Und dies in doppelter Hinsicht, denn unabhängig von der Finanzierung entsteht durch den Bau von Tunnel und Hinterlandanbindung ein großer ökologischer Schaden, der jahrzehntelange Arbeit im Natur- und Artenschutz hinfällig macht. Von den negativen Folgen für die Gesundheit der Menschen und die Zerstörung nachhaltiger Arbeitsplätze ganz zu schweigen. Worauf warten wir denn noch, bis wir endlich landesweit aufbegehren? Reichen die Steuergeldverschwendungen von Stuttgart 21, Flughafen BER und Elbphilharmonie nicht aus? Hier wird ein überflüssiges Projekt auf Teufel komm‘ raus durchgeboxt. Immun gegen jede Art von begründeter Kritik wiederholen Vertreter_innen von Land und Bund, Wirtschaftsverbänden und neuerdings auch aus EU-Kommissar-Kreisen, dass dieses Projekt Europa näher zusammenführen wird. Aber: Wie soll ein Verkehrsweg, der nicht neu ist sondern nur einen anderen ersetzt, erreichen, was der Mensch bisher nicht geschafft hat? Man will zwei ländliche Regionen miteinander verbinden, die längst verbunden sind. Bloß dass zukünftig, zusätzlich zu den LKW, die superschnellen ICEs und Güterzüge durchrauschen sollen. Weitere Bahnhöfe sind nicht vorgesehen weil Stopps eher hinderlich sind, wenn es ums Tempo geht. Es gibt so viele wissenschaftlich untermauerte Argumente gegen das Projekt dass es schon verwunderlich ist, wie die Politik in Bund und Land sie so hartnäckig überhören kann. Aber das hat ja offenbar Methode, wie wir derzeit auch in der Bildungspolitik sehen können. Damit muss Schluss sein! Kein Bau der Festen Fehmarnbeltquerung, der Staatsvertrag mit Dänemark muss aufgehoben werden!

 

Wir freuen uns über prominente Unterstützung. 

Bastian Sick, der bekannte Autor der Buchreihe

„Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“, steht an

der Seite der Beltquerungsgegner.

 

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© Kerstin Fischer